Weihnachtskarten basteln mit Kindern

15 Weihnachtskarten basteln mit Kindern

Warum selbstgebastelte Weihnachtskarten einfach unschlagbar sind

Es ist der dritte Advent, 17:30 Uhr. Draußen ist es stockdunkel, drinnen hängen drei Kinder gelangweilt auf dem Sofa, und auf deinem Schreibtisch liegt die Liste: Oma, Opa, Tante Bärbel, die Erzieherinnen, die Nachbarin, die immer die Pakete annimmt. Alle sollen eine Weihnachtskarte bekommen. Gekauft? Kann man machen. Aber ganz ehrlich: Keine gekaufte Karte der Welt bringt Oma so zum Strahlen wie ein schiefer Tannenbaum aus Kinderhand mit einem Fingerabdruck als Stern obendrauf.

Das Schöne daran: Weihnachtskarten basteln mit Kindern ist eine der dankbarsten Bastelaktionen überhaupt. Die Karten sind klein, also schnell fertig. Sie verzeihen Fehler. Und am Ende hast du nicht noch mehr Deko, die irgendwo verstaut werden muss, sondern etwas, das verschickt wird und anderen eine Freude macht. Win win, sozusagen.

In diesem Artikel findest du 15 Ideen für Weihnachtskarten, sortiert nach Alter. Von ganz einfachen Fingerabdruck Karten für die Kleinsten bis zu Pop up Karten für Schulkinder, die gern ein bisschen tüfteln. Dazu bekommst du eine Materialliste, mit der du fast alle Ideen umsetzen kannst, und meine besten Tipps, damit dein Küchentisch nach der Bastelaktion nicht aussieht wie nach einer Glitzerexplosion. Versprochen ist versprochen. Naja, fast.

Das brauchst du: Die Grundausstattung für alle 15 Karten

Du musst nicht für jede Karte extra einkaufen gehen. Mit dieser kleinen Grundausstattung kannst du fast alle Ideen umsetzen, und vieles davon hast du vermutlich sowieso schon in der Bastelkiste.

Und noch was: Leg eine abwaschbare Bastelunterlage oder eine alte Wachstischdecke unter. Dein Tisch wird es dir danken. Abwaschbare Bastelunterlage für Kinder*

Weihnachtskarten basteln mit Kleinkindern: 5 Ideen ab 2 Jahren

Bei den Kleinsten gilt: Je weniger Schritte, desto besser. Diese Karten sind in 10 bis 15 Minuten fertig und funktionieren auch, wenn die Konzentration nach drei Minuten schon wieder beim Bauklotz ist.

1. Fingerabdruck Lichterkette

Mal mit einem schwarzen Filzstift eine geschwungene Linie quer über die Karte. Das ist das Kabel. Dein Kind tupft dann mit dem Finger bunte Farbkleckse entlang der Linie, und fertig ist die Lichterkette. Wenn die Farbe trocken ist, kannst du mit dem Stift noch kleine Fassungen an jede Birne malen. Einfacher geht es nicht, und trotzdem sieht die Karte richtig weihnachtlich aus.

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2. Tannenbaum aus Handabdruck

Grüne Fingerfarbe auf die Handfläche, Finger leicht gespreizt, und dann die Hand mit den Fingern nach unten auf die Karte drücken. Schon hast du einen Tannenbaum. Einen braunen Stamm darunter malen, ein paar bunte Fingertupfer als Kugeln, einen gelben Stern obendrauf. Kleiner Bonus: Großeltern lieben Handabdrücke, weil sie zeigen, wie klein die Hände gerade noch sind.

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3. Sterne mit Kartoffeldruck

Eine Kartoffel halbieren und mit einer Plätzchenform einen Stern ausstechen. Den Rand rundherum wegschneiden, sodass der Stern als Stempel übrig bleibt. Das ist dein Job, nicht der des Kindes. Dann den Stempel in goldene oder gelbe Farbe drücken und los geht es. Übrigens: Die Plätzchenformen hast du in der Adventszeit sowieso griffbereit. Falls nicht, findest du in meinem Artikel Plätzchen backen mit Kindern ein paar Rezepte, für die sich das Rausholen lohnt.

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4. Schneemann aus Wattepads

Drei Wattepads übereinander auf blauen Tonkarton kleben, fertig ist der Schneemann. Augen und Knöpfe malst du mit einem schwarzen Stift auf oder klebst kleine Knöpfe drauf. Eine orangefarbene Karottennase aus Papier und ein Schal aus einem Wollrest machen ihn perfekt. Die Wattepads fühlen sich weich an, und genau das finden Kleinkinder toll.

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5. Tannenbaum aus Washi Tape

Du malst mit Bleistift ein Dreieck vor, dein Kind füllt es mit Washi Tape Streifen von unten nach oben. Die Enden, die überstehen, schneidest du am Schluss einfach ab. Es muss nicht gerade sein, im Gegenteil: Je schiefer, desto charmanter. Das ist die perfekte Karte für Kinder, die mit Farbe noch nicht so viel anfangen können oder dürfen.

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Weihnachtskarten basteln im Kindergartenalter: 5 Ideen ab 4 Jahren

Kindergartenkinder wollen schon mehr selbst machen: schneiden, kleben, ein bisschen gestalten. Diese Ideen brauchen etwa 20 bis 30 Minuten und lassen viel Raum für eigene Ideen.

6. Christbaumkugeln aus Knöpfen

Mal mit einem dünnen Stift ein paar Fäden von oben herunter, an jedem Faden klebt dein Kind einen bunten Knopf fest. Fertig sind die Christbaumkugeln. Wer mag, malt noch eine kleine Schleife an jeden Faden. Kleiner Hinweis: Mit Flüssigkleber halten Knöpfe deutlich besser als mit dem Klebestift, und die Karte braucht danach eine Nacht zum Trocknen. Falls du keine Knopfsammlung von Oma geerbt hast: Bunte Bastelknöpfe Set*

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7. Rentier aus Fußabdruck

Klingt verrückt, sieht aber herrlich aus. Den Fuß deines Kindes mit brauner Farbe bemalen und mit der Ferse nach oben auf die Karte drücken. Die Ferse wird der Kopf, die Zehen werden der Hals. Nach dem Trocknen kommen Wackelaugen, eine rote Pommelnase und Geweihe aus braunen Handabdrücken oder gemalten Ästen dazu. Ja, das gibt Gekicher. Ja, das gibt Farbe an Stellen, wo keine sein sollte. Und ja, es lohnt sich trotzdem. Halte einfach einen nassen Waschlappen bereit.

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8. Zickzack Tannenbaum aus Papierstreifen

Schneide grünes Papier in Streifen, die von unten nach oben kürzer werden. Dein Kind faltet jeden Streifen wie eine Ziehharmonika und klebt sie übereinander auf die Karte. So steht der Baum leicht ab und bekommt einen schönen 3D Effekt. Ein Stern aus dem Motivlocher oben drauf, fertig. Wenn deine Kinder Spaß am Papierfalten haben, schau dir unbedingt auch meinen Butterbrottüten Stern zum Basteln an. Der macht richtig was her am Fenster.

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9. Schneekugel Karte mit Glitzer

Schneide aus einer Karte einen Kreis aus und klebe von innen eine Klarsichtfolie dahinter. Zwischen Folie und Rückseite kommen ein bisschen Glitzer, Pailletten und kleine Schneeflocken aus Papier. Rundherum gut zukleben, unten einen Sockel aus braunem Tonkarton anbringen, und schon hast du eine Schneekugel, die man schütteln kann. Das ist die Karte, bei der Kinder garantiert dreimal nachfragen, ob sie die nicht doch selbst behalten dürfen.

Pailletten Schneeflocken zum Basteln*

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10. Zauber Schneeflocken mit Wachsmalkreide

Dein Kind malt mit einer weißen Wachsmalkreide Schneeflocken auf weißes Papier. Man sieht fast nichts, und genau das ist der Trick. Danach mit blauer Wasserfarbe drübermalen, und plötzlich tauchen die Schneeflocken wie von Zauberhand auf. Das Wachs stößt die Farbe ab. Nach dem Trocknen schneidest du das Bild zurecht und klebst es auf eine Klappkarte. Kinder finden diesen Moment jedes Mal magisch, auch beim zehnten Mal.

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Weihnachtskarten basteln mit Schulkindern: 5 Ideen ab 6 Jahren

Schulkinder können schon richtig tüfteln, und genau das wollen sie auch. Diese Karten brauchen etwas mehr Geduld, sind dafür aber echte Hingucker.

11. Pop up Tannenbaum

Eine Klappkarte in der Mitte falten. Im Falz zwei kurze, parallele Schnitte machen und den Streifen dazwischen nach innen drücken. So entsteht eine kleine Stufe. Darauf klebt dein Kind einen ausgeschnittenen und verzierten Tannenbaum. Klappt man die Karte auf, springt der Baum heraus. Wer mehrere Stufen in unterschiedlichen Höhen schneidet, kann sogar einen ganzen Winterwald bauen. Das Prinzip verstehen Kinder ab etwa 7 Jahren meist sofort, und danach wollen sie am liebsten alles aufpoppen lassen.

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12. Fensterkarte mit Transparentpapier

Aus der Vorderseite einer Klappkarte schneidest du einen Stern oder eine Kerze aus. Von innen klebt dein Kind buntes Transparentpapier dahinter, gern in mehreren Farben wie bei einem Kirchenfenster. Hält man die Karte gegen das Licht, leuchtet das Motiv. Die Karte macht sich auch wunderbar am Fenster, wenn der Empfänger sie aufhängen möchte. Transparentpapier bunt*

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13. Origami Tannenbaum

Aus quadratischem grünem Papier lassen sich mit wenigen Faltschritten kleine Tannenbäume falten. Drei davon in unterschiedlichen Grüntönen nebeneinander auf eine Karte geklebt, und schon hast du einen kleinen Wald. Anleitungen gibt es viele, für den Anfang reicht ein einfaches Dreieck, das mehrfach gefaltet wird. Origami trainiert übrigens ganz nebenbei Feinmotorik und Geduld. Beides kann man im Dezember gut gebrauchen. Origami Papier für Kinder*

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14. Wichteltür Karte

Wenn bei euch im Advent ein Wichtel einzieht, wird diese Karte ein Liebling. Auf die Vorderseite malt oder klebt dein Kind eine kleine Tür mit Türknauf aus einem Knopf. Die Tür wird an drei Seiten aufgeschnitten, sodass man sie aufklappen kann. Dahinter steht ein Weihnachtsgruß, ein kleines Geheimnis oder ein winziger Wichtelbrief mit der Nachricht: „Hier war jemand.“ Wer noch mehr Ideen für die Wichtelzeit sucht, findet sie in meinen 24 magischen super schnellen Wichtelstreichen und im Artikel über den Wichtel Brief zum Einzug mit Briefpapier zum Ausdrucken.

Weihnachtskarten basteln mit Kindern

15. Gestickter Stern

Mit einem Bleistift einen Stern auf die Karte zeichnen und mit einer Nadel oder einem Zahnstocher in regelmäßigen Abständen Löcher entlang der Linien stechen. Unterlage nicht vergessen. Dann stickt dein Kind mit Wollfaden oder Stickgarn und einer stumpfen Kindernähnadel den Stern nach. Wer mag, verbindet die Spitzen kreuz und quer, dann entsteht ein Fadenstern. Das ist eine ruhige Bastelei, perfekt für einen Nachmittag, an dem alle ein bisschen runterkommen müssen. Kindernähnadeln mit Stickgarn Set*

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Weihnachtskarten basteln mit Kindern

So bleibt das Kartenbasteln entspannt: Meine 6 Tipps

Weihnachtskarten basteln mit Kindern klingt nach Kerzenschein und Kakao. In der Realität sind es manchmal eher klebrige Finger und ein Streit um die goldene Farbe. Mit diesen Tipps klappt es deutlich gelassener.

  1. Plane einen festen Bastelnachmittag ein. Statt jeden Tag ein bisschen lieber einen Nachmittag, an dem alle Karten auf einmal entstehen. Trag ihn dir am besten direkt in deinen Weihnachtsplaner für die Familie ein, dann wird er nicht von Plätzchen, Krippenspiel und Elternabend verdrängt.
  2. Bereite vor, was Erwachsenenarbeit ist. Kartoffelstempel schnitzen, Pop up Schnitte vorschneiden, Löcher vorstechen. Das machst du am Vorabend in Ruhe. Die Kinder steigen dann direkt beim spannenden Teil ein.
  3. Mach eine Empfängerliste. Wie viele Karten braucht ihr wirklich? Schreib die Namen vorher auf. So weiß jedes Kind, für wen es gerade bastelt, und das motiviert ungemein. Die Liste passt übrigens prima zu deinen Geschenklisten und dem Budget Tracker zum Ausdrucken.
  4. Lass Perfektion zu Hause. Der Tannenbaum ist schief, der Schneemann hat drei Augen. Großartig. Genau deshalb basteln wir selbst. Je weniger du korrigierst, desto stolzer sind die Kinder auf ihr Ergebnis.
  5. Plane genug Trockenzeit ein. Fingerfarbe, Flüssigkleber und Knöpfe brauchen mindestens eine Nacht. Leg die Karten zum Trocknen offen auf ein Backblech, dann sind sie aus dem Weg.
  6. Lass Kinder den Gruß selbst schreiben. Wer schon schreiben kann, schreibt selbst. Wer noch nicht schreiben kann, diktiert dir. Kindersätze wie „Ich hab dich lieb und der Baum ist grün“ sind unbezahlbar.

Wann solltet ihr mit dem Kartenbasteln anfangen?

Idealerweise Ende November oder in der ersten Adventswoche. Dann ist genug Zeit zum Trocknen, Beschriften und Verschicken. Karten, die ins Ausland gehen, sollten spätestens Anfang Dezember auf die Reise gehen. Und wenn es doch knapp wird: Selbstgebastelte Karten kann man auch persönlich übergeben. Bei Oma und Opa ist das ohnehin am schönsten.

Noch mehr Ideen für die Weihnachtszeit

Wenn ihr jetzt so richtig im Bastelfieber seid, hab ich noch mehr für euch:

Fazit: Kleine Karten, große Freude

Weihnachtskarten basteln mit Kindern ist eine der schönsten Adventstraditionen, die ihr euch gönnen könnt. Sie kostet kaum Geld, braucht nicht viel Material, und am Ende freuen sich gleich zwei Seiten: die Kinder, weil sie stolz auf ihr Werk sind, und die Empfänger, weil sie etwas wirklich Persönliches im Briefkasten finden. Such dir zwei oder drei Ideen aus, die zum Alter deiner Kinder passen, leg die Bastelunterlage bereit und dann ran an den Glitzer. Und wenn am Ende mehr Farbe am Kind als auf der Karte ist? Dann war es ein richtig guter Bastelnachmittag.

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